Wir stehen ein für Gerechtigkeit, Menschenwürde, Solidarität, Eigenverantwortung und verfolgen die Ziele der ökosozialen Marktwirtschaft. Unsere neue Website ist im Aufbau. In der Zwischenzeit findest du hier die wichtigsten Informationen von uns. Wir freuen uns auf dich!
Die Junge Mitte Kanton Zürich
Parteiprogramm

Parteiprogramm

Bildung

LERNEN FÜRS LEBEN – DIE GESAMTE SCHULZEIT
Dazu gehört auch die Berufslehre und die Mittelschulen – soll Kinder und Jugendliche auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten. Ein Bestandteil davon ist neben Grammatik und Algebra auch politische Bildung, sich selbst kennen und darüber sprechen, sowie Medienkompetenz oder die Fähigkeit, Quellen zu beurteilen und Fake News zu erkennen. Wir fordern, dass Kinder stufengerecht auf das Leben als mündige Bürgerinnen und Bürger vorbereitet und die Lehrpersonen in ihrer Funktion als Mentor*innen
geschult werden.

VORANTREIBEN VON DIGITALISIERUNG AN SCHULEN
Heute wachsen Kinder mit Computern und Smartphones auf. Sie sollen lernen, die Ressourcen, die uns die Digitalisierung gebracht hat, sicher und kompetent einzusetzen. Aus diesem Grund muss die «digital literacy» im obligatorischen Medien- und Informatik-Unterricht an Schulen gefördert werden. Deshalb müssen alle Schulen im Kanton dringend die Infrastruktur anschaffen, damit alle Kinder im gleichen Umfang ausgebildet werden können.

STÄRKUNG DES DUALEN BILDUNGSSYSTEMS
Das duale Bildungssystem der Schweiz ist ein Erfolgsmodell. Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich flexibel zwischen dem akademischen und dem beruflichen Ausbildungsweg zu bewegen und damit entsprechend ihren Präferenzen und ihrem Können den passenden Weg einzuschlagen. Die Berufslehre und der akademische Weg dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden. Das duale Bildungssystem ist auf jeden Fall beizubehalten und zu stärken. Es gilt, der Berufslehre wieder mehr Wertschätzung zu geben.

STUDIENGÄNGE BEI FACHKRÄFTEMANGEL FÖRDERN
Berufe, in denen ausgebildetes Personal fehlt, sollen an den Hochschulen explizit gefördert werden, indem mehr Studienplätze angeboten werden. Dies betrifft beispielsweise die Medizinalberufe sowie den Bildungsbereich.

FÖRDERN VON FRÜHFÖRDERUNG
Gute Deutschkenntnisse sind für die schulische Chancengleichheit sehr wichtig. Gemeinden sollen deshalb für nicht deutschsprachige Kinder ein Jahr vor dem Kindergarteneintritt Spielgruppen anbieten, in denen die Kinder spielerisch Deutsch lernen oder ihr Deutsch verbessern können. Diese Spielgruppen bieten den Kindern auch die Möglichkeit, erste Sozialkontakte zu knüpfen. Deutschsprechende Kinder dürfen und sollen auch von solchen Spielgruppe profitieren können.

EINEN TAG FERNUNTERRICHT AUF DER SEKUNDARSTUFE II
Im Gymnasium, ab der 4. Klasse, sollen Jugendliche einen Tag pro Woche zu Hause lernen und unterrichtet werden. Dies entlastet den öffentlichen Verkehr und verringert die Schulraumknappheit.

Gesundheit

KOSTENBREMSE
Vor zehn Jahren kostete uns das Gesundheitswesen 55 Milliarden Franken pro Jahr – heute sind es über 80 Milliarden. Die Kosten in der Schweiz steigen ungebremst an, ohne Aussicht auf Besserung. Die Junge Mitte Kanton Zürich will alle Akteure im Gesundheitswesen in die Pflicht nehmen, um die Kosten zu senken und die Prämienzahlenden endlich zu entlasten. Bis die Kostenbremse greift, sollen tiefe Einkommensschichten durch Prämienvergünstigungen unterstützt werden.

HAUSARZTPRAXEN FLÄCHENDECKEND IN STADT UND LAND
Die Behandlung von kleineren Verletzungen und Krankheiten in Spitälern verursacht hohe Kosten. Diese Kosten können reduziert werden, wenn flächendeckend vermehrt Hausarztpraxen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig möchten Patienten ihre Gesundheit je länger desto mehr im gewohnten Umfeld verbessern. Hausarztpraxen fördern den Trend zur ambulanten Behandlung.

FÖRDERUNG VON EHEALTH
Doppeluntersuchungen verursachen unnötige Kosten und, Patient:innen haben nur wenig Einblick in ihre Krankenakten. Die flächendeckende Einführung von eHealth Lösungen könnte diese Probleme beheben. Patient:innen und Ärzt:innen hätten damit stets den Überblick über Krankheitsgeschichten, bereits vollzogene Untersuche und Behandlungen, verabreichte Medikamente usw. Die erhöhte Transparenz hilft zudem, Missbräuche zu verhindern und aufzudecken.

SPITALPLANUNG IM KANTONALEN INTERESSE
Das Schweizer Gesundheitswesen besteht aus 26 kantonalen Versorgungsgebieten. Die Grundversorgung ist in allen Regionen sicherzustellen. In Zukunft muss die Spitalplanung und -finanzierung aber über die Kantonsgrenzen hinweg stattfinden. Spezialisierte Spitäler führen zu einer besseren Behandlung und tieferen Kosten, während Aussenstellen und Behandlungszentren die rasche Behandlung im Ernstfall (z.B. bei einem Schlaganfall) weiterhin umfassend garantieren.

AUFWERTUNG DES PFLEGEBERUFES
Bis im Jahre 2030 werden ca. 65’000 zusätzliche Pflegende benötigt. Diese Pflegenden sind essentiell um einerseits ein qualitativ gutes Gesundheitssystem, wie aber zum Beispiel auch um ein würdiges
Leben und Sterben zu ermöglichen. Die aktuellen Arbeitsbedingungen der Pflegenden zwingen jede zweite Pflegeperson, den Job frühzeitig zu verlassen. Dies ist schon seit längerem ein bestehendes Warnsignal, welches von der Politik mehrheitlich unbeachtet blieb. Um einen Kollaps zu verhindern,
braucht es dringende Veränderungen. Die Junge Mitte Zürich setzt sich dafür ein, diese Änderungen zu ermöglichen.

Gesellschaft

GLEICHSTELLUNG BEDEUTET GLEICHE RECHTE BEI GLEICHEN PFLICHTEN
Unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Konkret stehen wir ein für die Ehe für alle, Lohngleichheit, Schutz vor Belästigung und Diskriminierung, Anpassung der Witwerrenten, sowie für eine Dienstpflicht für alle. Auch eine zeitlich begrenzte Frauenquote unterstützen wir, um für die nächsten Generationen Vorbilder zu schaffen und den Weg für Frauen in die Führungsetagen der Wirtschaft zu ebnen.

VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF
Jede Familie soll selbst entscheiden können, wie sie die Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit aufteilen will. Im heutigen System ist jedoch keine Chancengleichheit in der Erziehungsarbeit und auf dem Arbeitsmarkt gegeben. Aus diesem Grund fordern wir eine Elternzeit von mindestens 18 Wochen. Der
bestehende Mutterschaftsschutz von 8 Wochen darf dabei nicht angetastet werden. Die zusätzliche Zeit soll flexibel auf die Partner aufgeteilt und bezogen werden können. In Ergänzung muss der Ausbau von Betreuungsplätzen und Tagesschulangeboten vorangetrieben werden. Für die Eigenbetreuung sollen weiterhin Abzüge geltend gemacht werden können.

LEGALISIERUNG VON CANNABIS UND ENTKRIMINALISIERUNG DES KONSUMS
Wir fordern die Legalisierung von Cannabis analog zu anderen Suchtmitteln wie Alkohol oder Tabak. Mit der Legalisierung kann der Schwarzmarkt wirksam bekämpft werden und die öffentliche Hand profitiert von zusätzlichen Steuern (z.B. für die AHV). Eine Legalisierung ohne Regulierung, Prävention und Jugendschutz hingegen lehnen wir ab.

Sozialwerke

3-SÄULEN-SYSTEM
Dank moderner Medizin werden Menschen immer älter und bleiben länger in der Lage, am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzunehmen. Das bedeutet aber auch, dass sie immer länger Rente beziehen – somit stieg die Belastung der Altersvorsorge in den letzten Jahren stark an. Es braucht verschiedene Hebel, um die Altersvorsorge zu reformieren. Das wichtige Drei-Säulen-System soll dafür weiterhin die Grundlage für die soziale Sicherheit im Alter bilden.

REFERENZALTER
Wir fordern ein Referenzalter, welches für Mann und Frau dasselbe ist. Dieses soll an die Lebenserwartung gekoppelt und entpolitisiert werden. Die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung führt zu einem automatischen Angleich an das steigende Alter der Bevölkerung und damit einer langfristigen Stabilisierung der Altersvorsorge. Durch das Referenzalter wird das Arbeiten nach der Pension auf freiwilliger Basis attraktiver, was wiederum dem Fachkräftemangel entgegenwirkt.

KOORDINATIONSABZUG
Der Koordinationsabzug in der 2. Säule benachteiligt tiefere Einkommen und kleinere Pensen und behindert deren Sparen. Im Jahr 2021 liegt die Eintrittsschwelle bei Fr. 21’330 CHF. Wir fordern, dass der Koordinationsabzug minimiert wird und somit auch bei tieferen Einkommen eine Einzahlung in die Pensionskasse resultiert.

GENERATIONENGERECHTIGKEIT
Die systemwidrige Umverteilung in den ersten beiden Säulen muss gestoppt werden. Dies, damit nicht noch mehr Kosten auf die nächste Generation umgewälzt werden. Dafür sollen beide Kassen bis 2040 eine schwarze Null schreiben. Der Generationenvertrag darf nicht an Ideologien scheitern.

SELBSTVORSORGE
Die gebundene Selbstvorsorge soll in der 3. Säule mittels Einkäufen zusätzlich gestärkt werden.

ALTERNATIVE VORSORGE FÖRDERN
Nicht immer ist eine pflegende Familie in der Nähe. Für ein solidarisches Miteinander muss nicht zwingend nur Geld fliessen. Daher ist es für uns auch wichtig, dass alternative Vorsorgemöglichkeiten gefördert werden. Dies kann zum Beispiel eine Zeitvorsorge sein, in der man durch Tätigkeiten für Senioren Zeit sammelt, welche zu einem späteren Zeitpunkt selbst für Dienstleistung bezogen werden kann.

Sicherheit und Staat

BÜRGERDIENST FÜR ALLE SCHWEIZERINNEN UND SCHWEIZER
Ein Bürgerdienst für alle Schweizer:innen stärkt unser Milizsystem. Jede und jeder soll aktiv Verantwortung übernehmen und zu einer sicheren Schweiz, einer lebendigen Gesellschaft und einer intakten Umwelt beitragen. Priorität hat der Sollbestand der Armee. Daneben gibt es aber zahlreiche weitere Aufgaben, die den Einsatz der Zivilgesellschaft verlangen (z.B. Feuerwehr, Altenbetreuung, politische Ämter, Naturschutz).

AUF KÜNFTIGE BEDROHUNGEN UND GEFAHREN AUSGERICHTET SEIN
Die Armee muss ihre Fähigkeiten fortlaufend auf künftige Bedrohungen und Gefahren ausrichten, um in allen Lagen kämpfen, schützen und helfen zu können. Mit der Digitalisierung finden Konflikte zusätzlich und verstärkt im digitalen Bereich statt. Um uns gegen diese wachsende Gefahr verteidigen zu können, muss verstärkt ein Fokus auf Cyberabwehr gelegt werden.

HÄRTERE BESTRAFUNG FÜR ÜBERGRIFFE AUF BLAULICHTORGANISATIONEN
Angehörige der Polizei, Feuerwehren und des Sanitätsdienstes leisten einen wichtigen Beitrag an eine funktionierende und sichere Gesellschaft. Im Dienst repräsentieren sie den Staat und sein Gewaltmonopol. Für Übergriffe zeigen wir eine Nulltoleranz und fordern eine konsequente Strafverfolgung (Einsatz von digitalen Mitteln wie Bodycams) sowie eine härtere Bestrafung (Anpassung Strafrecht).

CHANCEN UND RISIKEN VON E-VOTING
Mit der Digitalisierung besteht neu die Möglichkeit, demokratische Prozesse wie Abstimmungen und Wahlen online durchzuführen. Die Junge Mitte Kanton Zürich sieht darin gleichermassen Chancen wie auch Gefahren. Aktuell ist für uns die Sicherheit beim E-Voting noch nicht gegeben. Dennoch möchten wir, dass die Idee weiterverfolgt und Konzepte im kleinen Rahmen (z.B. kommunal) getestet werden.

VORANTREIBEN VON EGOVERNMENT UND CIVIC TECHNOLOGY
Viele Behördengänge und bürokratische Prozesse könnten heute bequem online abgewickelt werden. Das spart Zeit und Geld. In vielen Bereichen gibt es noch ein grosses Potential für Optimierungen mit bestehenden digitalen und technologischen Lösungen. Aus diesem Grund gilt es, die Implementierung
von eGovernment-Prozessen und Civic Technology weiter voranzutreiben. Gemeinden sollen in diesem Bereich enger zusammenarbeiten.

Umwelt

FÖRDERUNG DES MIKROKLIMAS
Wiederholt wurden in den letzten Jahren hohe Temperaturen in den Innenstädten gemessen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Stadtklima zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil davon ist das Schaffen von Grünräumen in den dicht bebauten Gebieten. Die Vegetation gibt bei hohen Temperaturen Wasser an die Luft ab und ist entsprechend für die Kühlung sehr effektiv. Zudem sind anthropogene Böden weniger in der Lage, Temperaturen zu regulieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Temperaturregulierung sind Abwinde von umliegenden Erhebungen. Diese strömen in der Nacht abwärts in die Stadt und erlauben so, die Temperatur effektiv zu senken. Vielerorts werden die benötigten Kanäle jedoch nicht hinreichend in die Stadtentwicklung mit einbezogen. In Zukunft sollen diese Kanäle in der kommunalen Raumplanung verbindlich definiert werden.

VERDICHTETES BAUEN
Das revidierte Raumplanungsgesetz schreibt uns die Verdichtung bestehenden Baulandes vor. Viele Zürcher Gemeinden haben bereits keine Möglichkeit mehr, neues Bauland einzuzonen. Eine Entwicklung des Siedlungsgebietes nach Innen ist daher unerlässlich. Industriebrachen sollen überbaut, bestehende Gebäude aufgestockt und Parzellen aufgezont werden. Dabei gilt es stets darauf zu achten, dass adäquate öffentliche Grünräume für die Anwohner:innenzur Verfügung stehen. Diese Grünräume leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Stadtklimas. Die mehrparzellige Entwicklung ist aus diesem Grund stets vorzuziehen.

FÖRDERUNG ALTERNATIVER BAUSTOFFE (Z.B. HOLZ)
Ca. 40 Tonnen CO2 werden beim Bau eines Holzhauses (140 Quadratmeter) im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen gebunden. Mit der Bauindustrie als einer der grössten Emittenten von Treibhausgasen, ist unumgänglich auch hier anzusetzen. So fordern wir beispielsweise die Förderung von Recycling-Baustoffen wie Recycling-Beton und eine Quote für Neubauten des Kantons dafür. Für grössere Bauvorhaben setzen wir uns dafür ein, dass Rückbaukonzepte mit dem Baugesuch vorgelegt werden

EINE PFLICHT FÜR SOLARANLAGEN BEI NEUBAUTEN UND GRÖSSEREN DACHSANIERUNGEN
Wir fordern eine Pflicht für Fotovoltaik-Anlagen auf neuen Wohngebäuden und Nicht-Wohngebäuden. Ausserdem fordern wir, dass diese Pflicht auch für Bestandsgebäude besteht, wenn eine grundlegende Dachsanierung ansteht.

FÖRDERUNG VON AUTONOMEN ENERGIEKONZEPTEN (LOKALE ENERGIE)
Mit der Liberalisierung des Strommarktes ergäbe sich die Möglichkeit innovative Leuchtturmprojekte weiter voranzutreiben und damit den Strommarkt fit für die Zukunft zu machen. Ein Beispiel dafür wäre, dass der lokal produzierte Solarstrom vor Ort verbraucht werden könnte. Wer Solarstrom produziert, sollte ihn nicht mehr dem Stromversorger verkaufen, sondern direkt im lokalen Strommarkt, zu einem Preis, der vom Markt bestimmt wird. Die Liberalisierung für die Grosskunden war ein wichtiger Schritt, dem nun auch die Liberalisierung des Markts für die Privatkunden folgen sollte.

Verkehr

FÖRDERN DES ÖFFENTLICHEN VERKEHRS
Der öffentliche Verkehr erlaubt es, viele Menschen mit vergleichsweise geringem Platzbedarf ans Ziel zu bringen. Er ist für den Verkehr im Kanton Zürich eine wichtige Säule und dies muss weiter gestärkt werden. Ein Ausbau ist hier nicht nur im urbanen Raum, sondern speziell auch in abgelegenen Gebieten nötig. Hier sollen insbesondere auch neue Technologien, wie autonome Mobilität, geprüft werden. In den Randregionen sollen auch ergänzende Angebote wie Park and Ride die Benutzung des öffentlichen Verkehrs fördern.

MEHR LANGSAMVERKEHR IN DEN STÄDTEN
Zu Fuss gehen und Velofahren sind platzsparende und klimaneutrale Möglichkeiten, um sich fortzubewegen. Speziell im urbanen Raum, wird diesen Modi jedoch nicht genügend Raum und Beachtung geschenkt. Es sollen daher mehr Räume für Fussgänger und Radfahrer geschaffen werden, in denen sie insbesondere vom motorisierten Verkehr abgetrennt sind. Dies erhöht die Verkehrssicherheit und Attraktivität dieser Fortbewegungsmittel.

PRÜFEN VON CONGESTION PRICING
Ein Congestion Pricing ist eine Form von Mobility Pricing, welches den Strassenverkehr auf Abschnitten und zu Zeiten, die besonders von Stau (engl. Congestion) betroffen sind, zusätzlich bepreist. So würde zum Beispiel die Einfahrt in eine Stadt in den Hauptverkehrszeiten mit einem zusätzlichen Preis belegt. Dadurch wird ein Anreiz geschaffen, nicht mit dem motorisierten Individualverkehr in die Städte zu fahren, sondern andere Modi, wie den öffentlichen Verkehr, zu benutzen. Dabei müssen spezielle Regelungen für Anwohner:innen, Anlieferungen und Taxis getroffen werden. Das System wurde in anderen internationalen Städten bereits mit viel Erfolg eingeführt und soll daher auch hier geprüft werden.

VERSCHIEBUNG DES GÜTERTRANSPORTS AUF DIE SCHIENE
Mit der Verbreitung von “Just-in-time” Produktion und Online-Shopping, werden globale Lieferketten immer komplexer und das Gütervolumen steigt ständig an. Dabei wird auch der Gütertransport immer wichtiger. Der Transport auf der Strasse belastet unsere Verkehrsinfrastruktur und die Umwelt. Eine Verschiebung auf die Schiene ist also zwingend anzustreben. Auch alternative Ansätze, wie der unterirdische Transport (Projekt Cargo-Sous-Terrain) sind unterstützenswert.

FÖRDERN VON CO2 NEUTRALEM VERKEHR
CO2 neutrale Verkehrsmittel, wie elektrische Fahrzeuge, sollen aktiv gefördert werden. Dazu muss die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Es ist zudem wichtig, dass neue Technologien unterstützt und ihr Potential genutzt wird.

Wirtschaft

SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT
In der Jungen Mitte Kanton Zürich setzen wir uns für die freie Marktwirtschaft ein. Uns ist jedoch bewusst, dass der Markt versagen kann, wie zum Beispiel im Umweltschutz. Bei einem Marktversagen hat der Staat korrigierend einzugreifen.

WENIGER HÜRDEN, DAFÜR MEHR UNTERSTÜTZUNG FÜR STARTUPS
Startups sind fundamental für die Prosperität der Wirtschaft der Schweiz und des Kantons Zürich, weswegen der Kanton Zürich die Regulierungen für Startups abbauen und die Unterstützung für Startups ausweiten soll.

FLEXIBLE UND SCHÜTZENDE ARBEITSGESETZE FÜR EINE DIGITALISIERTE WIRTSCHAFT
Die Digitalisierung der Wirtschaft stellt die Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen vor neue rechtliche Problematiken im Arbeitsschutz, in der Überwachung am Arbeitsplatz und in der Überlappung von Arbeitszeit und Freizeit im Homeoffice. Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung neue Möglichkeiten in der Arbeitsdynamik, wie die autonome Arbeitszeitverwaltung im Homeoffice. Aufgrund dieser Entwicklung fordern wir eine Anpassung der Arbeitsgesetze an die Digitalisierung, um den Arbeitsschutz aufrechtzuerhalten und eine flexible Arbeitsgestaltung zu ermöglichen.

ZÜRCHER FIRMEN SOLLEN IHRE GESELLSCHAFTLICHE UND ÖKOLOGISCHE VERANTWORTUNG WAHRNEHMEN
Zürcher Firmen sollen die Menschenrechte, die Umweltstandards und die lokalen Arbeitsrechte im In- und Ausland einhalten.

UNTERNEHMEN AUSSERHALB DER ZENTREN ANSIEDELN: PERIPHERIE STÄRKEN
Um die Infrastruktur der Grossstädte zu entlasten und die Lebensqualität der Einwohner durch kürzere Arbeitswege zu verbessern, fordern wir, dass der Kanton Zürich die Wirtschaftsstandorte ausserhalb der grossstädtischen Gemeinden, wie Zürich und Winterthur, fördert. Der Kanton Zürich soll Anreize
schaffen, dass in den kleinstädtischen Wirtschaftsstandorten, wie Bülach, Uster, Wetzikon und Regensdorf, und in der Agglomeration der Stadt Zürich mehr Arbeitsplätze entstehen.

Aussenpolitik

KEINE WAFFENEXPORTE AN UNRECHTSREGIME
Die Schweiz als Staat, der die globale Solidarität und Menschlichkeit hochhält, soll Exporte von Kriegsmaterial an Regime, welche Menschenrechte missachten, konsequent unterbinden. Dabei soll das Vorsichtsprinzip gelten: Im Zweifelsfall ist von Waffenexporten abzusehen.

BILATERALER WEG MIT DER EU
Die EU ist der grösste Exportpartner der Schweiz. Sie ist für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz von zentraler Bedeutung. Um den Marktzugang zu gewährleisten, sind Abkommen mit unseren Nachbarn unabdingbar. Wir halten am bilateralen Weg mit der EU fest und fordern, dass die Verhandlungen über ein Rahmenvertrag zur Regelung der Zusammenarbeit Schweiz–EU wieder aufgenommen werden. Einen Beitritt zur EU lehnen wir ab.

FREIHANDELSABKOMMEN
Wir bekennen uns zum Freihandel unter klar definierten ökologischen, humanitären und sozialen Rahmenbedingungen.

Migration und Integration

HUMANITÄRE TRADITION
Eine konstruktive Migrationspolitik, welche im Einklang mit unserer humanitären Tradition steht, muss in keiner Weise im Widerspruch mit einer kohärenten Migrationspolitik stehen, welche die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen unseres Landes vollumfänglich berücksichtigt. Es ist möglich, die humanitäre Tradition der Schweiz aufrechtzuerhalten und dementsprechend verfolgten Personen in der Schweiz Asyl zu gewähren und gleichzeitig den Missbrauch der Schweizer Gastfreundschaft konsequent zu bekämpfen.

SPRACHE ALS EIN SCHLÜSSEL ZUR INTEGRATION
Integration muss gefordert aber auch gefördert werden. Zentral für eine erfolgreiche Integration sind gute Kenntnisse einer Landessprache. Gute Kenntnisse einer Landessprache führen zu schulischem Erfolg, erleichtern den Einstieg in die Arbeitswelt, fördern die Beteiligung am sozialen Geschehen und
verhindern das Entstehen von Parallelgesellschaften. Konsequente Sprachförderung auf allen Stufen ist deswegen unabdingbar.

VOR ORT HELFEN
Die Verbesserung der Lebensumstände vor Ort ist eine der effizientesten Massnahmen zur Eindämmung der internationalen Flüchtlingskrise. Nur eine ganzheitliche Betrachtungsweise, welche die Realitäten vor Ort ernst nimmt, wird der Würde der fluchtwilligen Menschen gerecht. Hierzu müssen das Zusammenspiel von Aussenpolitik, Entwicklungshilfe und Migrationspolitik stetig verbessert werden. Die Schweiz muss bei den internationalen Steuerungsbemühungen von Migration vermehrt eine aktive Rolle spielen, welche mit unserer humanitären Tradition aber auch mit den spezifischen Grundprinzipien der Schweizer Politik kompatibel ist. Letztlich ist erfolgreiche Hilfe vor Ort wohl die proaktivste Form dem Missbrauch im Migrationswesen entgegenzuwirken.

NULL TOLERANZ FÜR FREMDENFEINDLICHKEIT
Offenheit ist eine Stärke der Schweiz und Null Toleranz für Fremdenfeindlichkeit ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Bei der Suche nach valablen Lösungen im Migrationswesen müssen alle Kräfte bereit sein einen konstruktiven Beitrag zu leisten, um den Integrationsprozess sicherzustellen. Die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen moderner Migration ist für die Schweizer Gesellschaft zu wichtig, als dass Migrationspolitik zum Spielball parteiischer Machtspiele herabgesetzt werden darf.